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Estland · Städtetrip

Städtetrip Tallinn

Hinter dem Viru-Tor beginnt die besterhaltene Hansestadt des Nordens. Roter Ziegel, spitze Türme, enge Gassen und hoch darüber der Domberg mit seiner Postkartenaussicht. Dahinter liegt eine überraschend digitale, moderne Stadt an der Ostsee. Eine fertige Tagesroute bringt dich von den Gassen hinunter zum Hafen.

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Unsere Rundgänge durch Tallinn

Fertige Routen ab der Station führen dich durch Tallinn, vom ersten Schritt an zu den richtigen Ecken, ganz ohne eigene Planung.

Altstadt, Domberg & Hafen

Vom Viru-Tor mit den Zwillingstürmen zum Rathausplatz mit dem ältesten Rathaus Nordeuropas, hinauf auf den Domberg zur Postkartenaussicht Kohtuotsa, zur Alexander-Newski-Kathedrale und zum Parlamentsschloss. Zurück in die Unterstadt durch den St.-Katharinen-Gang, auf den Turm der Olaikirche mit dem besten Rundblick und zur Wehrturm-Bastion Dicke Margarethe am Hafen.

  1. Viru-Tor (Viru väravad). Der Rundgang beginnt am Viru-Tor, dem klassischen Eingang in die Altstadt, mit zwei runden, efeubewachsenen Wehrtürmen aus dem 14. Jahrhundert, davor ein Markt mit Blumenständen. Dahinter öffnet sich die kopfsteingepflasterte Viru-Straße zum mittelalterlichen Herzen der Stadt.
  2. Raekoja plats & Rathaus. Der Raekoja plats ist der historische Marktplatz, gerahmt von bunten Giebelhäusern und dem gotischen Rathaus von 1404. Dem ältesten erhaltenen Rathaus Nordeuropas. Auf der Turmspitze dreht sich der "Alte Thomas", das Wahrzeichen der Stadt; im Sommer lässt sich der Turm besteigen.
  3. Kohtuotsa-Aussicht (Toompea). Auf dem Domberg (Toompea) liegt die berühmteste Aussicht der Stadt. Von der Kohtuotsa-Plattform blickst du über das Meer roter Ziegeldächer und die grünen Kirchtürme der Unterstadt, dahinter die moderne Skyline und die Ostsee. Das Postkartenmotiv Tallinns schlechthin. Besonders schön am frühen Abend. Wird es dir hier zu voll, geh einfach zwei Gehminuten weiter zur Patkuli-Aussicht. Fast dasselbe Panorama, oft aber deutlich ruhiger.
  4. Alexander-Newski-Kathedrale. Gegenüber dem Parlamentsschloss erhebt sich die russisch-orthodoxe Alexander-Newski-Kathedrale von 1900 mit ihren markanten schwarzen Zwiebeltürmen und goldenen Kreuzen. Ein Stück Zarenzeit auf dem Domberg. Das prunkvolle Innere mit Ikonen und Mosaiken ist beeindruckend, Fotografieren dort aber nicht erlaubt.
  5. Domberg-Schloss & Parlament (Toompea). Das rosafarbene Schloss auf dem Domberg ist heute Sitz des estnischen Parlaments (Riigikogu). Dahinter ragt der mittelalterliche Turm "Langer Hermann" auf, an dem jeden Morgen zur Nationalhymne die estnische Flagge gehisst wird. Ein Symbol der Unabhängigkeit. Ringsum liegen stille Gassen und weitere Aussichtspunkte.
  6. St.-Katharinen-Gang (Katariina käik). Zurück in der Unterstadt führt der St.-Katharinen-Gang durch eine der stimmungsvollsten Gassen der Altstadt, eng, teils überwölbt, an der Wand alte Grabplatten der einstigen Katharinenkirche. In den kleinen Werkstätten (Katariina Gild) arbeiten Kunsthandwerker mit Glas, Leder und Keramik. Morgens fällt weiches Licht in die Gasse.
  7. Oleviste-Kirche (St. Olaf) Turm. Die Oleviste-Kirche (St. Olaf) galt um 1500 mit ihrem gewaltigen Turm als eines der höchsten Bauwerke Europas. Über 232 enge Stufen erklimmst du die Aussichtsgalerie. Oben wartet der beste Rundblick über die gesamte Altstadt, den Hafen und die Ostsee. Nur mit Kondition und ohne Höhenangst.
  8. Dicke Margarethe (Paks Margareeta). Zum Abschluss die Dicke Margarethe, ein wuchtiger Kanonenturm aus dem 16. Jahrhundert am nördlichen Altstadtrand nahe dem Hafen. Im Inneren erzählt das moderne Estnische Schifffahrtsmuseum die Seefahrtsgeschichte des Landes; von der Dachterrasse blickst du über die Stadtmauer aufs Meer. Gleich dahinter bringt dich die Tram zurück.

So planst du deinen Besuch

Ein Tag reicht. Die Route ab dem Viru-Tor misst 3,5 Kilometer und führt über den Rathausplatz hinauf auf den Domberg, wo die Kohtuotsa-Terrasse den bekanntesten Blick über die roten Dächer bietet. Danach geht es an der Alexander-Newski-Kathedrale vorbei zurück in die Unterstadt, durch den Katharinengang bis zur Dicken Margarethe. Die Stadtmauer steht noch fast rundherum, das ist im Norden selten geworden. Sieben Abendtipps liegen bereit, dazu Kadriorg und der Lahemaa-Nationalpark für einen zweiten Tag.

Ausgehen & Nachtleben

Rooftop-Bars

Ausgehviertel

Essen & Restaurants

Bars & Clubs

Bühne & Konzerte

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Infos zu Tallinn

Nahverkehr

Betreiber. AS Tallinna Linnatransport (TLT) ist der städtische Verkehrsbetrieb und betreibt Busse, Straßenbahnen und Oberleitungsbusse (Linien 1 bis 96) im einheitlichen Tallinner Tarifsystem. TLT befördert nach eigenen Angaben täglich rund 180.000 Fahrgäste mit rund 460 Bussen und 50 Trams im Werktagsbetrieb (Gesamtflotte 557 Busse, 65 Trams). Regionalbusse ins Umland Harjumaa und die Elron-Züge laufen außerhalb dieses Stadttarifs.

Liniennetz. Straßenbahnen, Obusse und Busse. Für Gäste sind die Fahrpreise sehr niedrig.

Verkehrsmittel. Bus · Straßenbahn · Oberleitungsbus (Trolleybus)

Betriebszeiten. Der Nahverkehr von TLT läuft an einem normalen Werktag von kurz vor 5 Uhr bis weit nach Mitternacht. Gemessen am offiziellen Fahrplandatensatz der Stadt für einen Dienstag im August 2026 startet die Hälfte der 73 Stadtlinien vor 5.22 Uhr, die früheste Fahrt gehört der Straßenbahn T2 von Kopli zum Flughafen um 4.45 Uhr. Die Trams T1 bis T4 beginnen zwischen 5.02 und 5.31 Uhr, die Trolleybuslinien 72 sowie 81 bis 85 zwischen 5 und 5.20 Uhr. Am anderen Ende des Tages liegt die mittlere letzte Abfahrt bei 0.16 Uhr, 48 der 73 Linien fahren noch nach Mitternacht ab. Am längsten hält die Flughafentram T4 durch, ihre letzte Fahrt startet um 1.06 Uhr. Wer früher zurück will, hat es leicht, denn auf den starken Achsen nach Mustamäe, Õismäe, Lasnamäe und Kopli fahren mehrere Linien parallel. Nur wenige Nebenlinien machen schon vor 23 Uhr Feierabend, das betrifft 14 Linien. Für Reisende heißt das, ein später Abend in der Altstadt lässt sich fast immer noch mit Tram oder Bus beenden.

Nachtverkehr. Tallinn hat einen echten Nachtverkehr, er beschränkt sich aber auf die Wochenendnächte. Sechs Ööbuss-Linien mit den Nummern 91 bis 96 fahren in den Nächten Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag. Ihr gemeinsamer Ausgangspunkt ist der Bahnhof Balti jaam am Rand der Altstadt, jede Linie hat dort ihre eigene Haltekante. Ab Balti jaam geht es alle 30 Minuten los, die erste Abfahrt ist um 0.30 Uhr, die letzte um 3.30 Uhr. Die Ziele decken die großen Wohnviertel und das Umland ab, Linie 91 nach Mustamäe, 92 nach Väike-Õismäe, 93 nach Pelguranna, 94 nach Priisle, 95 nach Viimsi keskus und 96 nach Vana-Pääsküla. In der Gegenrichtung fahren die Busse von den Endstationen zurück in die Stadt, meist ein paar Minuten vor der halben und vollen Stunde und mit letzter Abfahrt gegen 3 Uhr. Zwischen 3.30 und dem Start des normalen Betriebs gegen 5 Uhr bleibt eine Lücke, in der nur Taxi oder Fahrdienst helfen. Von Montag bis Donnerstag gibt es gar keine Nachtbusse.

Ticketkauf. Vier Wege zum Ticket. Erstens das QR-Ticket, buchbar auf tallinn.pilet.ee oder in der App Pilet.ee, gültig eine Stunde und am Einstieg per QR-Scanner am Türvalidator zu entwerten. Zweitens die Chipkarte Ühiskaart, die an R-Kiosken, Postfilialen (Omniva), den Supermarktketten Selver, Maxima, Prisma und Rimi, bei Stockmann sowie am Serviceschalter des Rathauses mit Guthaben oder Mehrtagesticket aufgeladen wird, Pfand 3 Euro. Drittens die kontaktlose Bankkarte (Mastercard, Maestro, Visa, Visa Electron) direkt am Türvalidator vorne im Fahrzeug, damit ist ausschließlich die Einzelstundenkarte kaufbar, keine Mehrtageskarten und keine Ermäßigungen. Viertens Apple Pay. Fahrer verkaufen grundsätzlich keine Tickets, Bargeld wird nirgends akzeptiert. Fahren ohne gültiges Ticket kann laut Gesetz über den öffentlichen Verkehr mit bis zu 40 Euro geahndet werden. Chipkarten und nicht personalisierte Guthaben bis 20 Euro lassen sich an R-Kiosken am Flughafen, an den Fährterminals A und D, am Bahnhof und an der Busstation zurückgeben.

App und Bezahlen. Die offizielle App Pilet.ee (iOS und Android) verkauft QR-Tickets, lädt Guthaben auf die Ühiskaart und verwaltet auch gemeinsame Tickets für die Region Harjumaa. Apple Pay wird an den Validatoren akzeptiert. Kontaktlose Bankkarten (Mastercard, Maestro, Visa, Visa Electron) funktionieren nur am vorderen Türvalidator und ausschließlich für die Einzelstundenkarte, erkennbar am Kontaktlos-Symbol auf dem Gerät. Bargeld wird in keinem Fahrzeug angenommen.

Welches Ticket. Preise für Gäste ohne Tallinner Wohnsitz, gültig seit 1. Mai 2023. Einzelstunde 2 Euro, ermäßigt 1 Euro. Tageskarte (24 Stunden) 5,50 Euro. 3-Tage-Karte (72 Stunden) 9 Euro. 5-Tage-Karte (120 Stunden) 11 Euro. 30-Tage-Karte 30 Euro, ermäßigt 13 Euro. Die Tageskarte kostet weniger als drei Einzelfahrten (6 Euro), das System auf der Ühiskaart und an der kontaktlosen Bankkarte erkennt das automatisch und wandelt ab der dritten am selben Verkehrstag entwerteten Stundenkarte auf die Tageskarte um, mehr als 5,50 Euro kostet ein Tag mit Stundentickets also nie. Die 3-Tage-Karte (9 Euro) kostet weniger als zwei Tageskarten (11 Euro) und weniger als fünf Einzelfahrten (10 Euro), sie lohnt sich für alle, die an mindestens zwei der drei Tage mehr als zweimal fahren. Alle Karten gelten auch in Expressbussen. Der Verkehrstag beginnt um 4 Uhr morgens und dauert 24 Stunden bis zum nächsten Morgen, das ist relevant für spätabends entwertete Stundentickets.

Tarifzonen. Die genannten Preise gelten im gesamten Stadtnetz von Tallinn (Bus, Tram, Oberleitungsbus). Wer ins Umland Harjumaa fährt, etwa mit Regionalbussen oder Elron-Zügen über die Stadtgrenze hinaus, braucht ein gesondertes Tallinn-Harjumaa-Ticket, das an denselben Verkaufsstellen und in der App Pilet.ee erhältlich ist.

Tipp. Die Altstadt ist Fußgängergebiet und in zwanzig Minuten durchquert.

Links

Anreise

Hauptbahnhof

Lage. Nordwestlich der Altstadt, direkt daneben der Markt Balti Jaama Turg.

Fernverkehr. Westen nach Keila, Kloogaranna, Paldiski und Turba. Südwesten nach Rapla, Türi und Viljandi. Osten nach Aegviidu, Tapa und Narva sowie weiter nach Tartu. Südosten nach Valga und Koidula. Seit 2026 zusätzlich eine kombinierte Verbindung Tallinn–Tartu–Riia, beworben als Weg in die Nachbarhauptstadt ohne Auto. Internationale Fernzüge im klassischen Sinn (Nachtzug, Intercity) gibt es ab Balti jaam nicht, die genannten Linien sind reine Elron-Regionalzüge.

Betriebszeiten. Der Zugtag am Balti jaam beginnt um 5.45 Uhr mit dem ersten Elron-Zug nach Tartu. Der letzte Tartu-Zug fährt um 21.40 Uhr, die allerletzten Abfahrten Richtung Rakvere und Türi folgen kurz nach 22.30 Uhr. Der letzte ankommende Zug erreicht Tallinn um 23.56 Uhr.

Flughäfen

TLL

In die Stadt. Straßenbahn T4 fährt zum Zentrum, T2 zum Alten Stadthafen. Bussen 47, 49 und 65 halten am Flughafen, Bus 2 einen kurzen Fußweg entfernt am Tartu maantee.

Eigenheiten

Gut zu wissen

Währung
EUR €
Notruf
112
Steckertyp
C · F
Zeitzone
Europe/Tallinn
Verkehr
rechts

Tempolimits. innerorts 50 km/h, außerorts 90 km/h, Autobahn 110 km/h

Die 90 km/h außerorts gelten auch auf vielen unbefestigten Schotterstraßen im Landesinneren, die trotz erlaubter Höchstgeschwindigkeit deutlich langsamer befahren werden sollten. Durchgehende Autobahnabschnitte mit 110 km/h gibt es nur auf kurzen Strecken rund um Tallinn, der Rest des Fernstraßennetzes bleibt bei 90 km/h.

Trinkgeld. Zehn Prozent im Restaurant, sonst nichts.

Maut. Keine Maut und keine Vignette für Pkw.

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