Städtetrip Mailand
Ein Dom aus weißem Marmor mit einem Wald aus Fialen, die prunkvolle Glaspassage Galleria, die Scala und Leonardos Abendmahl. Italiens Modehauptstadt zeigt Stil an jeder Ecke. Dazu Brera, das Mode-Quadrat und abends ein Aperitivo an den Navigli. Zwei fertige Tagesrouten sortieren dir Kunst und Dolce Vita.
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Infos zu Mailand
Nahverkehr
Betreiber. Den Stadtverkehr betreibt die Azienda Trasporti Milanesi, kurz ATM, mit fünf Metrolinien M1 bis M5, einem großen Tram- und Busnetz und einigen Obuslinien. Die Vorortbahnen fahren unter der Marke Trenord. Über beiden liegt seit 2019 das Sistema Tariffario Integrato del Bacino di Mobilità, kurz STIBM. Es teilt die Region in konzentrische Zonen mit Mailand im Mittelpunkt, benannt von Mi1 bis Mi9. Wer nur die Stadt besucht, hat mit dieser Struktur wenig zu tun, denn ein einziges Ticket der Stufe Mi1-Mi3 deckt Mailand samt der ersten Umlandgemeinden ab und gilt gleichermaßen für Metro, Tram, Bus, Obus und die Trenord-Züge innerhalb dieses Bereichs. Kontrolliert wird über Sperren in der Metro und Entwerter in den Oberflächenfahrzeugen.
Liniennetz. Vier Metrolinien, dazu Straßenbahnen, darunter historische Wagen der Serie 1928.
Verkehrsmittel. Metro · Tram · Bus · Obus · Vorortbahn (Trenord)
Betriebszeiten. Der Betriebstag beginnt in der Metro gegen 5.40 Uhr und endet kurz nach Mitternacht. Belegt ist das über den offiziellen Fahrplan der M4, dort fährt ab Linate Aeroporto Richtung San Cristoforo der erste Zug werktags und samstags um 5.40 Uhr, sonntags um 6.00 Uhr, der letzte jeweils um 0.26 Uhr. Der Takt ist dicht, zwischen 7 und 20 Uhr kommt werktags alle ein bis drei Minuten ein Zug, samstags alle drei bis sechs, sonntags alle vier bis sechs Minuten. Sobald die Metro schließt, setzen die Nachtbusse ein, die Linien NM1 bis NM4 fahren die Metrostrecken oberirdisch nach. Genaue erste und letzte Fahrten der übrigen Metrolinien veröffentlicht ATM je Station als eigenes Fahrplan-PDF unter orari.atm.it.
Nachtverkehr. Mailand fährt jede Nacht durch, allerdings oberirdisch. Wenn die Metro schließt, übernehmen die Ersatzlinien NM1, NM2, NM3 und NM4, die den Verlauf der jeweiligen Metrolinie als Bus nachfahren. Ebenfalls jede Nacht unterwegs sind der Obus 90/91 auf dem inneren Ring sowie die Linien N25 und N26. In den Nächten von Freitag auf Samstag, von Samstag auf Sonntag und vor Feiertagen kommt ein zweites Paket dazu, die Linien N15, N24, N27, N42, N54, N57, N80 und N94. Für die Außenquartiere gibt es zusätzlich den Radiobus, einen Rufbus, der täglich von 22 bis 2 Uhr auf Bestellung fährt und in den Plänen mit einem Q gekennzeichnet ist. Es gilt derselbe Tarif wie tagsüber, also das Ticket für 2,20 Euro oder eine gültige Tages- oder Mehrtageskarte. Fahrpläne der Nachtlinien stehen nur in der ATM-App und auf GiroMilano.
Ticketkauf. Der einfachste Weg sind die Automaten in den Metrostationen, sie stehen in jeder Station und nehmen Karte und Bargeld. Klassisch verkaufen außerdem Zeitungskioske und Tabakläden, in Mailand an fast jeder größeren Kreuzung zu finden. Digital führt die offizielle ATM-App alle Ticketarten für Mailand und das Umland, dazu die Fahrkarten der Buslinie Z301 nach Bergamo. Wer gar nichts kaufen will, hält an den orangefarben markierten Sperren einfach eine kontaktlose Bankkarte oder das Handy an den Leser, das System bucht danach automatisch den günstigsten Fahrpreis ab. Kinder unter 14 Jahren fahren mit einem Ausweisdokument kostenlos, für sie ist überhaupt kein Ticket nötig.
App und Bezahlen. Zwei digitale Wege stehen nebeneinander. In der offiziellen ATM-App kauft man Tickets mit Kreditkarte oder PayPal, aktiviert sie vor dem Einsteigen und hält das Telefon mit geöffneter App etwa fünf Zentimeter vor den Leser am Drehkreuz. Wichtig ist, die App während der Fahrt weder zu löschen noch zu aktualisieren, sonst ist das entwertete Ticket verloren. Der zweite Weg ist Contactless Pay as You Go, dabei wird die kontaktlose Bankkarte selbst zum Ticket. Akzeptiert werden Mastercard, Visa, American Express, Maestro und VPay sowie damit verknüpfte Dienste wie Apple Pay und Samsung Pay. Prepaid-Karten der Marke Postepay von Visa und reine PagoBancomat-Karten funktionieren nicht. Man hält die Karte beim Einsteigen an die orange markierte Sperre und beim Aussteigen erneut, immer mit demselben Gerät. Das System rechnet am Ende des Tages den günstigsten Preis ab, ab der vierten Fahrt greift automatisch der Tagestarif, gedeckelt bei 7,60 Euro für Mi1-Mi3. Auf den Zügen von Trenord und anderen Bahnbetreibern gilt das kontaktlose Verfahren nicht.
Welches Ticket. Das Standardticket kostet 2,20 Euro und gilt 90 Minuten ab der ersten Entwertung, in dieser Zeit sind beliebig viele Fahrten mit Tram, Bus und Obus möglich sowie ein Wiedereintritt in die Metro. Die Tageskarte kostet 7,60 Euro und gilt 24 Stunden ab der ersten Entwertung, sie entspricht dem Preis von dreieinhalb Einzelfahrten. Die Drei-Tage-Karte kostet 13,00 Euro und gilt an drei aufeinanderfolgenden Tagen bis 3.45 Uhr der letzten Nacht, das entspricht knapp sechs Einzelfahrten. Wer lieber einzeln fährt, nimmt die Zehnerkarte für 19,50 Euro, also 1,95 Euro je Fahrt, sie ist nicht gleichzeitig von mehreren Personen nutzbar. Alle genannten Preise gelten für die Zone Mi1-Mi3. Wer kontaktlos mit Bankkarte zahlt, braucht sich nicht zu entscheiden, das System deckelt bei 7,60 Euro pro Tag.
Tarifzonen. Die Zone Mi1-Mi3 deckt Mailand und die ersten Umlandgemeinden ab. Das Stadtticket gilt auf M1, M3, M4 und M5 von Endstation zu Endstation, damit auch bis Linate Aeroporto. Auf der M2 ist die Geltung eingeschränkt, weil die Linie weit ins Umland reicht. Für Malpensa gilt ein eigener Fahrpreis.
Tipp. Die Tramlinie 1 fährt mit alten Wagen mitten durchs Zentrum.
Links
- ATM, Tickets für Mailand mit Preisen und Gültigkeit
- ATM, Netzpläne zum Herunterladen
- ATM, Bezahlen mit kontaktloser Bankkarte
- ATM, Nachtnetz und Ersatzlinien
- Flughafen Malpensa, Busverbindungen nach Mailand
- RFI, Bahnhof Milano Centrale
- Netzplan
Anreise
Hauptbahnhof
Lage. Monumentaler Bau von 1931, allein die Halle lohnt einen Blick.
Fernverkehr. Milano Centrale ist der wichtigste Fernbahnhof Norditaliens und hat 24 Bahnsteige für den Personenverkehr. Nach Süden fahren Frecciarossa und der private Anbieter Italo über Bologna, Florenz und Rom bis Neapel und Salerno, einzelne Züge laufen bis Lecce durch. Die schnellsten Frecciarossa ohne Zwischenhalt schaffen Mailand bis Rom in 2 Stunden und 50 Minuten, vier weitere in 2 Stunden und 59 Minuten. Nach Westen geht es nach Turin und Genua, nach Osten über Verona, Vicenza und Padua nach Venedig, mit Verlängerungen bis Triest oder Bozen. Internationale Verbindungen laufen als EuroCity in die Schweiz, der EC 10 verlässt Mailand um 7.10 Uhr und ist um 10.27 Uhr in Zürich HB, der EC 60 zur selben Minute erreicht Basel SBB um 11.32 Uhr. Nachtzüge nach Süditalien starten am frühen Abend, der InterCity Notte 765 um 21.15 Uhr und der 755 um 21.50 Uhr, beide nach Lecce mit Schlaf- und Liegewagen. Im Bahnhof gibt es Gepäckaufbewahrung, Lounges von Trenitalia und Italo, Bankautomaten und kostenloses WLAN. Die Sala Blu für Reisende mit eingeschränkter Mobilität ist täglich von 6.45 bis 21.30 Uhr besetzt.
Betriebszeiten. Die ersten Fernzüge starten um 5.10 Uhr nach Salerno und 5.20 Uhr nach Neapel, der erste Italo um 5.40 Uhr nach Rom. Am späten Abend fahren die letzten Schnellzüge gegen 22.30 und 22.45 Uhr, dazu Nachtzüge um 21.15 und 21.50 Uhr Richtung Lecce.
Flughäfen
In die Stadt. Der Malpensa Express braucht 51 Minuten bis Milano Centrale und 37 Minuten bis Cadorna. Der Zug hält an Terminal 1 und Terminal 2. Busse zum Milano Centrale sind die Alternative, ihre Haltestellen liegen im Terminal 1 auf Ebene -1 neben dem Bahnhof.
Taktung. Der Zug fährt alle 30 Minuten, ab Milano Centrale von 5.25 bis 23.25 Uhr, ab dem Flughafen von 5.09 bis 22.09 Uhr. Busse zum Centrale fahren von 3.20 bis 1.05 Uhr, zurück von 5.00 bis 2.40 Uhr, zusammengerechnet etwa alle 20 Minuten. Vier Betreiber teilen sich die Strecke, Malpensa Shuttle, Autostradale, Terravision und Caronte.
In die Stadt. Die M4 fährt ab der Station Linate Aeroporto direkt ins Zentrum, nach San Babila sind es rund zwölf Minuten. Es gilt der normale Stadttarif von 2,20 Euro, ein Sonderticket gibt es nicht. Erster Zug werktags 5.40 Uhr, letzter 0.26 Uhr, sonntags Start um 6.00 Uhr.
Taktung. Werktags alle ein bis drei Minuten zwischen 7 und 20 Uhr, samstags alle drei bis sechs Minuten, sonntags alle vier bis sechs Minuten.
In die Stadt. Terravision fährt ohne Zwischenhalt zum Milano Centrale, rund 50 Minuten, 5 Euro einfach und 10 Euro hin und zurück. Orio Shuttle bedient dieselbe Strecke ab 8 Euro. Gepäck ist bei beiden im Preis enthalten.
Taktung. Terravision fährt alle 30 Minuten. Orio Shuttle fährt täglich rund um die Uhr, auch an Feiertagen.
Eigenheiten
- Aperitivo ersetzt das Abendessen. Zwischen sechs und neun gibt es zum Getränk ein Buffet. In Mailand ist das eine Institution, kein Snack.
- Auch beim Aussteigen an die Sperre. Die Mailänder Metro hat Sperren am Ein- und am Ausgang. Wer kontaktlos mit Bankkarte oder Handy zahlt, muss beim Verlassen der Station erneut an den Leser halten. Ohne diesen zweiten Kontakt rechnet das System die Fahrt nicht korrekt ab. Zu benutzen sind dabei die orangefarben markierten Sperren, und immer dieselbe Karte für Hin- und Rückweg.
- Kinder unter 14 fahren umsonst. Im gesamten ATM-Netz zahlen Kinder unter 14 Jahren nichts, weder in der Metro noch in Tram und Bus. Mitzuführen ist ein Ausweisdokument, das das Alter belegt. Auch Lehrkräfte, die Schulgruppen im Stadtgebiet begleiten, fahren kostenlos.
Gut zu wissen
- Währung
- EUR €
- Notruf
- 112
- Steckertyp
- C · F · L
- Zeitzone
- Europe/Rome
- Verkehr
- rechts
Tempolimits. innerorts 50 km/h, außerorts 90 km/h, auf Schnellstraßen 110 km/h, Autobahn 130 km/h
Bei Regen gilt auf der Autobahn 110 km/h statt 130, auf Schnellstraßen 90 statt 110. Wer den Führerschein weniger als drei Jahre hat, fährt höchstens 100 km/h auf der Autobahn und 90 km/h auf Schnellstraßen. Innerorts sind 50 km/h die Regel, ausgeschilderte Stadtstraßen erlauben bis zu 70 km/h.
Trinkgeld. Kein Muss. Auf der Rechnung stehen oft coperto oder servizio. Wer zufrieden ist, rundet auf.
Maut. Autobahnen sind überwiegend gebührenpflichtig. Ticket bei der Auffahrt ziehen, bei der Abfahrt zahlen. Keine Vignette.
Zufahrt. Viele Altstädte sind für Auswärtige gesperrt. Kameras erfassen das Kennzeichen, der Bescheid kommt Monate später nach Hause. Zeiten und Zuschnitt unterscheiden sich von Stadt zu Stadt.