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Deutschland · Städtetrip

Städtetrip Freiburg

Am Fuß des Schwarzwalds liegt eine der sonnigsten Städte Deutschlands. Durch Freiburgs Altstadt plätschern die Bächle, kleine Wasserläufe aus dem Mittelalter, über allem steht der Münsterturm, den Jacob Burckhardt zum schönsten auf Erden erklärte. Eine fertige Tagesroute führt vom Martinstor über den Markt am Münster bis hinauf auf den Schlossberg. Und die Standseilbahn nimmt dir den Anstieg ab.

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Unsere Rundgänge durch Freiburg

Fertige Routen ab der Station führen dich durch Freiburg, vom ersten Schritt an zu den richtigen Ecken, ganz ohne eigene Planung.

Münster, Bächle & Schlossberg

Zum Auftakt der stille Gedenkort am Platz der Alten Synagoge, dessen Wasserspiegel den Grundriss des 1938 zerstörten Gotteshauses nachzeichnet. Vom mittelalterlichen Martinstor zum Münsterplatz, wo werktags der Markt um den schönsten Turm der Gotik tobt, mit dem knallroten Historischen Kaufhaus gegenüber. Weiter ins Augustinermuseum zu den Original-Wasserspeiern des Münsters, dann den Bächle nach zur Markthalle. Und zum Schluss mit der Standseilbahn auf den Schlossberg, wo der Aussichtsturm Altstadt, Rheinebene und Schwarzwald zusammenbringt.

  1. Platz der Alten Synagoge. Zwischen Stadttheater und Universität liegt ein Platz, der Geschichte trägt. Hier stand die 1870 erbaute Synagoge, die in der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 niedergebrannt wurde. Seit 2017 zeichnet ein flacher Wasserspiegel ihren Grundriss nach, ein Gedenkort mitten im Alltag, besonders eindrücklich am Abend, wenn sich die Lichter der Stadt darin spiegeln. Die Tafel am Rand erzählt die Geschichte der jüdischen Gemeinde Freiburgs; nimm dir die zwei Minuten, bevor der Trubel der Fußgängerzone wieder übernimmt.
  2. Martinstor. Mitten in der Fußgängerzone steht das ältere der beiden erhaltenen Stadttore. Die Balken des Martinstors wurden auf die Zeit um 1202 datiert, urkundlich taucht es 1238 auf. Seine heutige Höhe ist allerdings jünger, 1901 wurde das Tor im Stil der Zeit kräftig aufgestockt. Im Anbau daneben sitzt seit 1977 ein McDonald's. Die Stadt untersagte das rot-gelbe Logo, übrig blieb ein Schriftzug, der als einer der unauffälligsten des Konzerns gilt. Fotografier das Tor von der Altstadtseite, dann bleibt die Moderne im Rücken.
  3. Münsterplatz & Münster. Der Turm des Freiburger Münsters wurde um 1330 vollendet. Als einziger großer gotischer Kirchturm Deutschlands, der noch im Mittelalter fertig wurde und bis heute steht. Der Kunsthistoriker Jacob Burckhardt rühmte ihn 1869 als schönsten Turm auf Erden; daraus wurde das geflügelte Wort vom „schönsten Turm der Christenheit“. Im November 1944 legte ein Luftangriff die Häuser ringsum in Trümmer, das Münster überstand mit Dachschäden. Die mittelalterlichen Glasfenster waren rechtzeitig ausgelagert. Wer die gut 330 Stufen steigt, sieht bis zum Kaiserstuhl und zu den Vogesen. Unten tobt werktags der Markt mit rund 130 Ständen; die „Lange Rote“, Freiburgs Bratwurst, gehört zum Pflichtprogramm.
  4. Historisches Kaufhaus. Gegenüber dem Münster leuchtet das tiefrote Kaufhaus mit Arkaden und vier Ecktürmchen, errichtet ab 1520 als Handels- und Zollhaus der Stadt. Zwischen den Fenstern stehen vier Herrscher aus dem Haus Habsburg. Maximilian I., Philipp der Schöne, Karl V. und Ferdinand I., gemeißelt um 1530 von Hans Sixt von Staufen. Die Verbeugung hatte Gründe. Freiburg gehörte seit 1368 zu den habsburgischen Vorlanden, und gute Beziehungen zum Kaiserhaus waren Geschäftsgrundlage. Schau auf die vergoldeten Baldachine über den Figuren. Bei Sonne brennt die Fassade förmlich.
  5. Augustinermuseum. In einem umgebauten Kloster am Augustinerplatz hängt die Kunst des Oberrheins vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert. Cranach, Baldung Grien, Matthias Grünewald. Der eigentliche Coup ist aber die zwölf Meter hohe Skulpturenhalle. Dort stehen Originalfiguren und Wasserspeier vom Münster auf Augenhöhe, die draußen am Turm nur als Silhouette zu erkennen sind. Auch die echten mittelalterlichen Glasfenster des Münsters sind hier eingebaut. Am Original siehst du, wie kräftig die Farben wirklich sind. Ein kompaktes Haus, in einer Stunde gut zu schaffen. Draußen lohnt der Schwenk in die Gassen dahinter. Im Gewerbekanal der Fischerau liegt seit 2001 „Lulu“, ein Krokodil aus Granit des Bildhauers Ole Meinecke. Längst eines der beliebtesten Fotomotive der Altstadt.
  6. Bächle & Markthalle. Sie sind Freiburgs Markenzeichen, die Bächle, schmale Wasserläufe im Pflaster, urkundlich seit 1220 und vermutlich so alt wie die Stadt selbst. Knapp sechzehn Kilometer misst das Netz, gut ein Drittel davon verläuft unterirdisch, gespeist von der Dreisam, einst für Vieh und Feuerschutz, heute für nasse Kinderfüße und kleine Holzboote an der Schnur. Die Sage kennt jeder hier. Wer versehentlich hineintritt, heiratet eine Freiburgerin oder einen Freiburger. Nebenan lohnt die Markthalle in der Grünwälderstraße. Rund zwanzig Essstände von badisch bis asiatisch, wo bis 1987 noch eine Zeitung gedruckt wurde.
  7. Schlossberg. Freiburgs Hausberg beginnt direkt hinter der Altstadt. Vom Stadtgarten zieht dich die Schlossbergbahn in wenigen Minuten den Hang hinauf, oben warten Waldwege, Festungsreste und der Kastaniengarten, ein Biergarten mit der Stadt zu Füßen. Der eigentliche Höhepunkt ist der Schlossbergturm von 2002, gebaut aus langen Baumstämmen um eine Stahltreppe. 153 Stufen führen auf gut 30 Meter, und plötzlich liegt alles zusammen vor dir, Münsterturm, Rheinebene, an klaren Tagen die Vogesen und im Rücken der Schwarzwald. Bergab läufst du in einer Viertelstunde zum Schwabentor, dem zweiten erhaltenen Stadttor.

So planst du deinen Besuch

Ein Tag genügt für den Kern. Die Route ab dem Bertoldsbrunnen misst nur 2,9 Kilometer und führt in sieben Stationen vom Martinstor über das Münster zum Schlossberg. Weil alles so nah beieinander liegt, bleibt Zeit zum Sitzen, und genau dafür ist die Stadt gemacht. Wer einen zweiten Tag hat, nimmt die Bahn auf den Schauinsland und sieht den Schwarzwald von oben. Und pass auf die Bächle im Pflaster auf, hineinzutreten bringt der Sage nach eine Freiburgerin oder einen Freiburger als Ehepartner. Vier Abendtipps liegen bereit.

Ausgehen & Nachtleben

Ausgehviertel

Essen & Restaurants

Bars & Clubs

Bühne & Konzerte

Alle Stationen für Freiburg in der App ansehen →

Infos zu Freiburg

Nahverkehr

Betreiber. Die VAG Freiburg betreibt die fünf Stadtbahnlinien und 26 Buslinien innerhalb der Stadt. Für Fahrten ins Umland gilt der gemeinsame Tarif des RVF, in dem VAG und die regionalen Busunternehmen zusammengeschlossen sind. Ein Ticket gilt in Bus und Bahn gleichermaßen.

Liniennetz. Fünf Straßenbahnlinien und Busse. Die Altstadt ist Fußgängerzone.

Verkehrsmittel. Stadtbahn · Bus

Betriebszeiten. Der reguläre Tagesfahrplan beginnt laut VAG um 5.30 Uhr. Die genauen Uhrzeiten der letzten Verbindung je Linie an Werktagen sind offiziell nicht als einzelner Wert ausgewiesen, sondern nur über die Fahrplanauskunft je Linie abrufbar.

Nachtverkehr. An Wochenenden bietet die VAG in der Nacht von 1.00 bis 4.30 Uhr eine Kombination aus reduziertem Bus- und Bahnbetrieb, dem Anschlusstaxi in Umlandgemeinden und dem FrauenNachtTaxi als spezielles Angebot für Frauen innerhalb Freiburgs. Ab 5.30 Uhr beginnt wieder der reguläre Tagesfahrplan. Werktags außerhalb des Wochenendes ist auf der offiziellen Seite kein separates Nachtnetz ausgewiesen.

Ticketkauf. Fahrkarten gibt es am Automat, über die VAG mobil App und die RVF mobil App (beide mit Rabatt gegenüber Papierticket), direkt beim Busfahrer, sowie als Check-in-Ticket über die FAIRTIQ-App, bei der man beim Einsteigen ein- und beim Aussteigen auscheckt und die Strecke automatisch abgerechnet wird.

App und Bezahlen. Die VAG mobil App und die RVF mobil App bieten Fahrplanauskunft und Ticketkauf mit Rabatt gegenüber dem regulären Preis. Für Einzelfahrten eignet sich zusätzlich die FAIRTIQ-App als Check-in-Ticket, die per Luftlinienkilometer abrechnet, mit einer Tageskappung von 6,91 Euro (bis 10 km) bzw. 13,73 Euro (über 10 km) für Erwachsene und einer Monatskappung von 72 Euro landesweit in Baden-Württemberg. Bezahlt wird per PayPal, Kreditkarte oder Lastschrift. Ob an den Automaten selbst kontaktloses Bezahlen mit Karte möglich ist, ist auf den offiziellen Seiten nicht ausgewiesen.

Welches Ticket. Für Fahrten innerhalb Freiburgs gilt Preisstufe 1. Der Einzelfahrschein kostet 3,00 Euro am Automat bzw. beim Fahrer, digital über die App 2,70 Euro, gültig eine Stunde. Die Kurzstrecke (maximal drei Haltestellen) kostet 1,90 Euro. Die Tageskarte Solo+ gilt für 1 Erwachsenen plus bis zu 4 Kinder bis 14 Jahre in Preisstufe 1 und kostet 7,20 Euro regulär bzw. 6,91 Euro digital, gültig ab Entwertung bis Betriebsschluss um 3 Uhr am Folgetag. Die nachprüfbare Schwelle lautet so. 2 Einzelfahrscheine kosten 6,00 Euro (digital 5,40 Euro) und liegen damit unter dem Preis der Tageskarte, 3 Einzelfahrscheine kosten 9,00 Euro (digital 8,10 Euro) und liegen darüber. Ab der dritten Fahrt am Tag ist die Tageskarte also günstiger als einzelne Fahrscheine, unabhängig davon ob Papier- oder App-Preis. Für Gruppen gibt es zudem die Tageskarte Duo+ (2 Erwachsene plus bis 4 Kinder) ab 10,46 Euro und die Tageskarte Gruppe (5 Personen) ab 13,73 Euro, jeweils Preisstufe 1.

Tarifzonen. Für Fahrten innerhalb Freiburgs gilt durchgehend Preisstufe 1 im RVF-Dreizonensystem, Touristen im Stadtgebiet brauchen keine höhere Preisstufe.

Tipp. Die Schauinslandbahn ist die längste Umlaufseilbahn Deutschlands und startet am Stadtrand.

Links

Anreise

Hauptbahnhof

Lage. Westlich der Altstadt, fünf Minuten zu Fuß über die Fußgängerbrücke ins Zentrum.

Fernverkehr. Freiburg (Breisgau) Hbf liegt mitten auf der Rheintalbahn und damit auf einer der wichtigsten Nord-Süd-Achsen Europas. Nordwärts fahren stündlich ICE über Karlsruhe und Mannheim nach Frankfurt, weiter nach Köln, Dortmund, Hamburg und Berlin. Südwärts geht es genauso dicht nach Basel und von dort weiter nach Zürich, Interlaken Ost, Chur und Brig. Ergänzt wird das Angebot durch Direktverbindungen ins Ausland. Der TGV 9530 fährt morgens über Strasbourg nach Paris Est, der ECE erreicht Mailand, ein EC führt abends über Dresden nach Prag, und ein ICE fährt über Ulm nach München. Nachts halten mehrere Nightjets, unter anderem nach Amsterdam, Berlin, Hamburg und Zürich. Fernzüge Richtung Norden nutzen meist Gleis 1, Richtung Süden Gleis 3.

Betriebszeiten. Der erste Fernzug fährt werktags um 5.55 Uhr, ein ICE nach Hamburg. Bis gegen 22.30 Uhr geht es dann etwa stündlich weiter. Danach übernehmen die Nightjets, um 23.00 Uhr nach Hamburg und um 0.07 Uhr nach Amsterdam.

Flughäfen

BSL/MLH

In die Stadt. Airportbus ohne Umsteigen zum Busbahnhof neben dem Hauptbahnhof, rund 55 Minuten. Alternativ Bus 50 nach Basel SBB und weiter mit der Bahn.

Taktung. 13 Fahrten je Richtung, täglich. Ab Freiburg 3.15 bis 19.00 Uhr, ab Flughafen 8.00 bis 0.30 Uhr.

FRA

In die Stadt. ICE ohne Umsteigen vom Fernbahnhof am Terminal 1, 2 Stunden 12 Minuten.

Taktung. Sieben durchgehende ICE am Tag im Zweistundentakt, dazwischen stündlich mit einem Umstieg.

ZRH

In die Stadt. Bahnhof direkt unter dem Terminal. Über Zürich HB oder Basel nach Freiburg, gut 2 bis 2,5 Stunden.

Taktung. Mindestens stündlich, Abfahrten etwa 5.40 bis 20.15 Uhr.

STR

In die Stadt. Kein Direktzug. S-Bahn S2 zum Stuttgarter Hauptbahnhof in 27 Minuten, dann über Karlsruhe weiter. Insgesamt knapp 3 Stunden mit zwei Umstiegen.

Taktung. S-Bahn alle 15 Minuten, durchgehende Verbindungen nach Freiburg etwa stündlich.

FKB

In die Stadt. Kein Bahnanschluss am Terminal. Bus 215 zum Bahnhof Baden-Baden, dann ICE nach Freiburg, zusammen 1 Stunde 20 Minuten.

Taktung. Mehrere Verbindungen pro Stunde, die schnellste Variante über Baden-Baden etwa alle vier Stunden.

Eigenheiten

Gut zu wissen

Währung
EUR €
Notruf
112
Steckertyp
C · F
Zeitzone
Europe/Berlin
Verkehr
rechts

Tempolimits. innerorts 50 km/h, außerorts 100 km/h, Autobahn kein allgemeines Tempolimit (Richtgeschwindigkeit 130 km/h, nicht bußgeldbewehrt)

Auf vielen Autobahnabschnitten gibt es keine feste Höchstgeschwindigkeit, das überrascht Fahrer aus fast allen anderen Ländern. Die 100 km/h außerorts gelten laut Gesetz ausdrücklich nicht auf der Autobahn. Beschilderte Limits an Baustellen, Kurven oder in Ballungsräumen werden dagegen streng per Blitzer und Section Control kontrolliert.

Trinkgeld. Fünf bis zehn Prozent, direkt beim Zahlen gesagt und nicht auf dem Tisch gelassen.

Maut. Für Pkw keine Maut. Der Warnowtunnel in Rostock und der Herrentunnel in Lübeck kosten Gebühr.

Zufahrt. Viele Innenstädte sind Umweltzonen und nur mit grüner Plakette befahrbar, auch für ausländische Fahrzeuge. Die Plakette gibt es bei Prüfstellen und Werkstätten.

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