Städtetrip Kilkenny
Irlands Mittelalter auf einer Meile. Zwischen dem Schloss der Butlers, das 1967 für fünfzig Pfund den Besitzer wechselte, und der Kathedrale mit dem besteigbaren Rundturm spannt sich die „Medieval Mile“. Mit einer Hexenprozess-Taverne von 1324, einer Brauerei auf Abtei-Gelände und Gassen, deren Gehwege einst aus poliertem schwarzem Stein glänzten. Eine kompakte Tagesroute ab dem Bahnhof, gut anderthalb Zugstunden von Dublin.
🗺️ Kilkenny interaktiv öffnen mit Karte & NavigationUnsere Rundgänge durch Kilkenny
Fertige Routen ab der Station führen dich durch Kilkenny, vom ersten Schritt an zu den richtigen Ecken, ganz ohne eigene Planung.
Schloss, Hexenhaus & Rundturm
Vom Bahnhof zum Kilkenny Castle, das nach sechs Jahrhunderten Butler-Herrschaft für fünfzig Pfund an die Bürger ging, und durch den Rosengarten. Dann die Medieval Mile hinauf, durch die Buttergasse von 1616, vorbei am Wirtshaus der 1324 als Hexe angeklagten Alice Kyteler, zum Kaufmannshaus Rothe House und zur Brauerei-Erlebniswelt von Smithwick's. Am Ende warten die Black Abbey und der Rundturm von St. Canice's. 121 Stufen über Leitern, dann liegt dir die ganze Stadt zu Füßen.
- Kilkenny Castle & Rosengarten. Seit 1213 wacht an dieser Flussschleife eine Steinburg, ab 1391 war sie fast sechshundert Jahre lang Sitz der Butlers, einer der mächtigsten Familien Irlands. Das Ende kam leise. 1935 verkaufte die Familie das Inventar und zog fort, die Burg verfiel. Bis der letzte Marquess sie 1967 für symbolische fünfzig Pfund dem Restaurierungskomitee der Bürger überließ. Heute gehört sie dem Staat, und du läufst durch viktorianische Salons und die lange Bildergalerie mit den Butler-Porträts. Nimm dir danach den terrassierten Rosengarten und den riesigen freien Park. Das Schloss von der Brunnenachse aus ist das erste große Foto des Tages.
- Butter Slip. Der Butter Slip von 1616 ist die schönste Abkürzung der Stadt und verbindet als überbaute Treppengasse die High Street mit der St. Kieran's Street. Seinen Namen hat er von den Butterhändlerinnen, die hier ihre Stände aufschlugen. Die enge, schattige Gasse war der kühlste Ort weit und breit, ein natürlicher Kühlschrank für Milchprodukte. Beim Durchgehen läufst du unter dem Haus von Nicholas Langton hindurch, der 1609 die Stadtrechte-Urkunde von König James I. entgegennahm. Nebenbei bekommst du hier das klassischste Foto der Medieval Mile.
- Kyteler's Inn. Dieses Steinhaus erzählt Irlands düsterste Gerichtsgeschichte. 1324 klagte der Bischof von Ossory die reiche Kauffrau Alice Kyteler der Hexerei an. Es war der erste dokumentierte Hexenprozess Irlands. Alice, viermal verheiratet und viermal verwitwet, floh rechtzeitig außer Landes. Den Preis zahlte ihre Magd Petronilla de Meath. Sie wurde am 3. November 1324 verbrannt, die erste dokumentierte Verbrennung wegen Ketzerei auf der Insel. Heute ist das Haus, eines der ältesten der Stadt, wieder ein Wirtshaus mit mittelalterlichen Mauern im Untergeschoss, mittags Stärkung, abends Musik, und die Geschichte gibt es an den Wänden dazu.
- Rothe House & Garden. Wie ein reicher Kaufmann um 1600 lebte, siehst du nirgendwo in Irland vollständiger. John Rothe Fitz-Piers baute sich zwischen 1594 und 1610 gleich drei Häuser hintereinander, verbunden durch gepflasterte Innenhöfe, dahinter Garten und Obstwiese bis an die Stadtmauer. Der Komplex gilt als das einzige komplett erhaltene Kaufmannsanwesen dieser Epoche im Land. Heute betreibt die Archäologische Gesellschaft hier ihr Museum mit rund 2.500 Fundstücken aus Stadt und Grafschaft. Der rekonstruierte Garten nach Vorbildern des 17. Jahrhunderts ist eine kleine grüne Zeitkapsel mitten im Zentrum.
- Smithwick's Experience. Irlands berühmtestes Rotbier hat eine Gründungsgeschichte mit doppeltem Boden. John Smithwick übernahm 1710 die Brauerei auf dem Gelände der mittelalterlichen Franziskanerabtei, wo Mönche schon Jahrhunderte zuvor gebraut hatten. Als Katholik durfte er unter den Strafgesetzen der Zeit offiziell gar kein Eigentum besitzen. Die Familie führte das Geschäft jahrzehntelang im Verborgenen, erst nach der Lockerung der Gesetze trat sie als Eigentümerin auf. Gebraut wird heute in Dublin, dafür führt die Erlebnistour im alten viktorianischen Brauereigebäude durch die ganze Geschichte, mit frisch gezapftem Smithwick's als Schlusspunkt.
- Black Abbey. Die Dominikaner kamen 1225 nach Kilkenny, und ihre „Black Abbey“, benannt nach den schwarzen Umhängen der Brüder, hat seither alles überstanden, von der Konfiszierung unter Heinrich VIII., der sie zum Gerichtsgebäude machte, über die Zerstörung unter Cromwell 1650 bis zur Wiedergeburt als Kirche 1816. Ihr Schatz leuchtet im Südquerschiff, das Rosenkranzfenster von 1892 aus der Münchner Werkstatt Mayer, rund 45 Quadratmeter Buntglas mit den fünfzehn Mysterien, laut den Dominikanern das größte Kirchenfenster Irlands. Ein stiller, kostenloser Zwischenstopp, und die Brüder wohnen bis heute nebenan.
- St. Canice's & Rundturm. Das Finale hat zwei Ebenen, unten die gotische Kathedrale, 1285 vollendet, mit mittelalterlichen Grabplatten aus dem berühmten schwarzen Kilkenny-„Marmor“. Der geologisch gar keiner ist, sondern polierter Kalkstein, der einst die Gehwege der Stadt glänzen ließ und ihr den Namen „Marble City“ eintrug. Daneben ragt der Star, ein Rundturm aus dem 9. Jahrhundert, das älteste Bauwerk der Stadt und einer der ganz wenigen besteigbaren Rundtürme Irlands. Über 121 Stufen und Innenleitern klettert man durch sieben Ebenen bis zur Plattform. Oben liegt dir die ganze Medieval Mile zu Füßen, vom Schloss bis zu den Hügeln von Kilkenny. Der würdigste Schlusspunkt der Route.
So planst du deinen Besuch
Ein Tag reicht. Die Route ab der MacDonagh Station misst drei Kilometer und beginnt am Schloss der Butlers, das 1967 für fünfzig Pfund an die Stadt ging. Danach führt sie über den Rosengarten durch die Butter Slip, vorbei an Kyteler's Inn, zum Rothe House, zur Smithwick's Experience, zur Black Abbey und zum Rundturm von St Canice's. Auf den Turm geht es über Leitern, danach liegt dir die ganze Stadt zu Füßen. Vier Abendtipps liegen bereit, und Jerpoint Abbey ist eine kurze Fahrt entfernt.
Ausgehen & Nachtleben
Ausgehviertel
- Medieval Mile am Abend. Nachts wird die mittelalterliche Meile zur Kneipenmeile. Zwischen Parliament Street und John Street reiht sich Pub an Pub. Matt the Millers an der Brücke spielt täglich live über mehrere Etagen, Cleere's an der Parliament Street versteckt hinter dem Tresen ein eigenes kleines Theater mit Trad-Session am Montag.
Essen & Restaurants
- Campagne & Sullivan's Taproom. Zwei Enden derselben Stadt. Campagne unter den Eisenbahnbögen kocht französisch geprägte Menüs mit irischen Zutaten und hält dafür einen Michelin-Stern. Reservieren, montags und dienstags zu. Bodenständiger geht es im Sullivan's Taproom an der John Street zu, wo eine 1702 gegründete und 2016 wiederbelebte Familienbrauerei ihr Red Ale ausschenkt, dazu Pizza aus dem Holzofen im Hof.
Bars & Clubs
- Kyteler's Inn abends. Abends spielt im Hexenhaus von 1324 die Musik. In der Hochsaison gibt es täglich traditionelle Sessions mit Fiddle, Bodhrán und Uilleann Pipes, zwischen mittelalterlichen Mauern und der Geschichte von Alice Kyteler an den Wänden. Touristisch, ja. Aber mit echter Musik und echtem Gemäuer.
Bühne & Konzerte
- Watergate Theatre. Kilkennys Stadttheater an der Parliament Street, 1993 von Präsidentin Mary Robinson eröffnet und nach einem der dreizehn mittelalterlichen Stadttore benannt, mit rund 320 Plätzen und ganzjährig Theater, Musik und Comedy. Und im August Herzstück des Kilkenny Arts Festival.
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Infos zu Kilkenny
Nahverkehr
Betreiber. Die beiden städtischen Buslinien KK1 und KK2 werden von der Privatfirma City Direct im Auftrag von Transport for Ireland (TFI) gefahren und sind nicht Teil von TFI Local Link. Für Verbindungen ins Umland sind daneben Bus Éireann sowie TFI Local Link Carlow Kilkenny Wicklow zuständig, die ländliche Buslinien in umliegende Ortschaften betreiben, etwa nach Graiguenamanagh, Borris oder Goresbridge. Zum 29. Juni 2026 sollen die bisherigen Bus-Éireann-Linien 881/882 unter Local Link mit dichterem Takt weitergeführt werden.
Liniennetz. Busse ins Umland. Die Stadt selbst macht man komplett zu Fuß.
Verkehrsmittel. Stadtbus (City Direct, Linien KK1 und KK2) · Regionalbus ins Umland (Bus Éireann) · Regionalbus ins ländliche Umland (TFI Local Link)
Betriebszeiten. Werktags (Montag bis Samstag) verkehren beide Stadtbuslinien durchgehend im 30-Minuten-Takt zwischen 6.00 und 23.30 Uhr, letzte Abfahrten je nach Endhaltestelle bis kurz vor Mitternacht. Sonntags beginnt der Betrieb bei KK2 um 7.00 Uhr, bei KK1 um 7.30 Uhr. Von 7.30 bis 11.30 Uhr gilt ein 60-Minuten-Takt, von 11.30 bis 19.00 Uhr ein 30-Minuten-Takt, danach bis Betriebsschluss gegen 23.00 Uhr wieder ein 60-Minuten-Takt.
Nachtverkehr. Kilkenny hat kein separates Nachtbus-Angebot. Die regulären Stadtbuslinien KK1 und KK2 fahren werktags bis in den späten Abend, die letzten Kurse verlassen die Endhaltestellen gegen 23.30 Uhr und erreichen die letzten Stationen kurz vor Mitternacht. Sonntags endet der Betrieb früher, letzte Abfahrt gegen 23.00 Uhr.
Ticketkauf. An Bord der Stadtbusse zahlt man entweder bar beim Fahrer oder tippt eine aufgeladene TFI-Leap-Karte an das Lesegerät. Leap-Karten gibt es und lassen sich aufladen bei den auf der TFI-Agentenfinder-Seite gelisteten Verkaufsstellen in Kilkenny. Eine eigene Fahrschein-App für die Stadtbusse wird auf der offiziellen Seite nicht genannt.
App und Bezahlen. Für die Stadtbuslinien KK1/KK2 ist keine eigene Bezahl-App dokumentiert. Genutzt wird das landesweite TFI-Leap-System, die Karte lässt sich bei lokalen Verkaufsstellen aufladen und an Bord antippen. Alternativ zahlt man bar beim Fahrer.
Welches Ticket. Kilkenny gehört zur Gruppe irischer Städte mit einheitlichem TFI-Stadttarif, zusammen mit Drogheda, Athlone, Sligo, Navan und Carlow. Erwachsene zahlen mit der TFI-Leap-Karte 1,50 Euro je Fahrt, junge Erwachsene und Studierende 0,75 Euro, Kinder 0,65 Euro. Der Preis hängt nicht von der Fahrtstrecke ab. Ein eigenes Tages- oder Mehrfahrtenticket speziell für die Stadtbuslinien KK1 und KK2 ist auf der offiziellen Fahrpreisseite nicht ausgewiesen.
Tarifzonen. Keine Tarifzonen innerhalb der Stadt. Die Stadtbuslinien KK1 und KK2 haben einen Einheitspreis von 1,50 Euro unabhängig von der Fahrtstrecke.
Tipp. Der Medieval Mile führt vom Schloss zur Kathedrale und ist ausgeschildert.
Links
- Kilkenny City Bus Services (TFI)
- City Direct Kilkenny
- TFI Local Link Carlow Kilkenny Wicklow
- Bus Éireann Kilkenny
- TFI Leap Card Verkaufsstellen finden
- TFI Journey Planner
- Netzplan
Anreise
Hauptbahnhof
Lage. Nordöstlich des Zentrums, zehn Minuten zu Fuß zum Schloss.
Fernverkehr. Kilkenny MacDonagh liegt an der InterCity-Linie Dublin Heuston–Waterford, betrieben von Iarnród Éireann/Irish Rail. Züge Richtung Dublin halten unterwegs unter anderem in Muine Bheag, Carlow, Athy und Kildare, Züge Richtung Waterford in Thomastown. Werktags (Mo-Sa) fahren neun Zugpaare täglich, sonntags fünf. Der erste Zug Richtung Dublin fährt werktags gegen 6.35 Uhr ab Kilkenny, der letzte gegen 21.10 Uhr, sonntags von 9.45 bis 19.10 Uhr. Richtung Waterford starten die Züge werktags zwischen 9.10 und 22.15 Uhr, sonntags zwischen 10.50 und 20.20 Uhr. Die schnellsten Verbindungen nach Dublin Heuston brauchen rund 90 Minuten, langsamere mit mehr Zwischenhalten bis zu zwei Stunden zehn Minuten. Nach Waterford Plunkett Station sind es rund 35 bis 45 Minuten. Laut Kilkenny County Council bestehen darüber hinaus Umsteigeverbindungen Richtung Cork, Limerick und Galway.
Betriebszeiten. Werktags (Mo-Sa) verkehren Züge von rund 6.30 bis 22.15 Uhr, sonntags von etwa 9.40 bis 20.20 Uhr.
Flughäfen
In die Stadt. Etwa zwei Stunden 15 Minuten mit dem Bus direkt bis zur Kilkenny MacDonagh Station, kein Umstieg nötig.
Taktung. Zehn tägliche Direktverbindungen zwischen 5.45 und 23.00 Uhr ab Dublin Airport, im Schnitt etwa alle zwei Stunden.
Eigenheiten
- Klein, aber laut am Wochenende. Kilkenny gilt als Ziel für Junggesellenabschiede. Freitags und samstags ist entsprechend Betrieb.
- Local-Link-Busse für Tagesausflüge ohne Auto. Wer ohne Mietwagen ins Umland will, kommt mit den ländlichen TFI-Local-Link-Bussen dennoch zu Orten wie Thomastown oder ins Nore Valley. Diese Linien sind auf der Local-Link-Seite geführt, nicht auf der Stadtbusseite von KK1/KK2.
- Zweite Buslinie ab dem Bahnhof. Neben dem Fußweg hält auch die Stadtbuslinie KK2 direkt an der MacDonagh Station und fährt von dort in wenigen Minuten weiter zu den zentralen Haltestellen Parliament Street und Market Yard, nützlich bei Gepäck oder schlechtem Wetter.
Gut zu wissen
- Währung
- EUR €
- Notruf
- 112
- Steckertyp
- G
- Zeitzone
- Europe/Dublin
- Verkehr
- links
Tempolimits. innerorts 50 km/h, außerorts 100 km/h (National Roads, N), 80 km/h (Regional Roads, R), 60 km/h (Local Roads, L), Autobahn 120 km/h
Links fahren. Die Republik misst in km/h, Nordirland in mph, und die Grenze ist unmarkiert. Seit 7. Februar 2025 gelten auf Lokalstraßen mit L-Nummer nur noch 60 km/h. Nationalstraßen mit N-Nummer erlauben weiter 100 km/h, auch wenn sie schmal und kurvig wirken.
Trinkgeld. Im Restaurant zehn Prozent, im Pub gar nichts. Wer an der Theke bestellt, gibt kein Trinkgeld.
Maut. Einzelne Mautstrecken, vor allem rund um Dublin. Der M50-Ring hat keine Schranken, sondern erfasst das Kennzeichen; die Gebühr muss bis zum Folgetag online gezahlt werden.