Städtetrip York
Rom, Wikinger, Mittelalter. In York liegen zweitausend Jahre in Gehweite. Hier wurde Konstantin zum Kaiser ausgerufen, hier hieß die Stadt einst Jórvík, und Englands längste erhaltene mittelalterliche Stadtmauer umschließt bis heute die Gassen um das gewaltige Minster. Eine fertige Tagesroute ab dem Bahnhof läuft über die Mauer, durch die Shambles und endet gratis im großen Eisenbahnmuseum. Passend für die Stadt an der Ostküsten-Hauptlinie.
🗺️ York interaktiv öffnen mit Karte & NavigationUnsere Rundgänge durch York
Fertige Routen ab der Station führen dich durch York, vom ersten Schritt an zu den richtigen Ecken, ganz ohne eigene Planung.
Stadtmauer, Minster & Shambles
Vom Bahnhof aufs Königstor Micklegate Bar und über Englands längste erhaltene mittelalterliche Stadtmauer zum Fluss. Durch die Klosterruine in den Museum Gardens zum Minster mit dem größten mittelalterlichen Glasfenster des Landes, dann in die Shambles, deren Fachwerk sich fast über der Gasse berührt. Nach Markt und Wikingermuseum wird es ernst am Clifford's Tower, Gedenkort des Pogroms von 1190. Das Finale ist gratis und gewaltig. Das Eisenbahnmuseum mit der schnellsten Dampflok der Welt.
- Micklegate Bar & Stadtmauer. Der Einstieg in York ist ein Tor mit Protokoll. Durch Micklegate Bar, den Kern aus dem 12. Jahrhundert, betreten Monarchen die Stadt seit Richard II. von 1389 zeremoniell. Bis heute wird dabei das Stadtschwert übergeben. Die Geschichte darüber ist derber. Jahrhundertelang steckte man hier die Köpfe Hingerichteter auf Spieße, zuletzt 1754. Direkt am Tor steigst du auf die Mauerkrone, Englands längste erhaltene mittelalterliche Stadtmauer, dreieinhalb Kilometer auf römischem Fundament von 71 nach Christus. Der Abschnitt bis zur Lendal Bridge ist dein erhöhter Auftakt mit Minster-Blick.
- Museum Gardens & St Mary's Abbey. Hinter der Lendal Bridge öffnet sich Yorks grünes Wohnzimmer, die Museum Gardens, angelegt in den 1830ern von der Yorkshire Philosophical Society. Mitten auf dem Rasen ragt die Bogenreihe von St Mary's Abbey auf. Einst eines der reichsten Benediktinerklöster Englands, unter Heinrich VIII. aufgelöst und seither die eleganteste Ruine des Nordens. Im Park steht auch das Yorkshire Museum, eines der ersten eigens gebauten Museumshäuser Großbritanniens. Drinnen wartet der berühmte Marmorkopf Konstantins. Dazu gleich mehr am Minster. Eichhörnchen inklusive, Eintritt in den Park frei.
- York Minster. Auf diesem Platz wurde Weltgeschichte gemacht. Am 25. Juli 306 riefen die Truppen hier ihren Feldherrn Konstantin zum Kaiser aus. Vor dem Minster sitzt er heute in Bronze. Die Kathedrale selbst, gebaut von etwa 1230 bis 1472, gehört zu den größten gotischen Kirchen Nordeuropas, und ihr Great East Window ist verbürgt die größte zusammenhängende mittelalterliche Glasfläche Großbritanniens, mit über dreihundert Bildfeldern, geschaffen 1405 bis 1408 von John Thornton, zusammen so groß wie ein Tennisplatz. Wer die Türme nicht steigen mag, holt sich den besten Außenblick gratis vom Mauerabschnitt hinter dem Chor.
- The Shambles & Markt. Englands berühmteste Gasse stand schon im Domesday Book von 1086. Als Straße der Fleischbänke, angelsächsisch „fleshammels“, daher der Name. Die Fachwerkhäuser des 14. bis 17. Jahrhunderts kragen mit jedem Stockwerk weiter vor, bis sie sich oben fast berühren. Das beschattete einst das ausliegende Fleisch, heute rahmt es das meistfotografierte Motiv der Stadt. Die Harry-Potter-Läden erklären sich durch die Ähnlichkeit mit der Winkelgasse. Vorlage war die Shambles nachweislich nicht, die Autorin war nie hier. Der beste Blick gehört dem frühen Morgen; danach rettet dich der Markt nebenan mit über 75 Ständen und Street Food.
- Jorvik Viking Centre. Unter der Coppergate lag eine ganze Wikingerstadt. 866 nahmen die Nordmänner York ein und machten es als Jórvík zu einer Handelsmetropole. Die Grabungen von 1976 bis 1981 holten rund 40.000 Funde und ganze Holzhäuser aus dem feuchten Boden. Konserviert, wie es sie sonst kaum gibt. Das Jorvik Viking Centre baute darüber 1984 eines der ersten Erlebnismuseen Großbritanniens. In Zeitkapseln fährst du durch das rekonstruierte Jórvík, mit Stimmen, Werkstätten und sehr ehrlichen Gerüchen. Kitschverdacht? Unbegründet. Unter dem Glasboden liegen die echten Ausgrabungen.
- Clifford's Tower. Auf diesem Burghügel steht Yorks schwerste Erinnerung. Am 16. März 1190 flüchtete die gesamte jüdische Gemeinde der Stadt, etwa 150 Menschen, vor einem aufgehetzten Mob in den hölzernen Vorgängerturm. Eingeschlossen und ohne Ausweg wählten viele den Tod von eigener Hand, die Übrigen wurden beim Verlassen des Turms ermordet. Zur Rechenschaft gezogen wurde am Ende kaum jemand. Eine Tafel am Fuß des Hügels erinnert seit 1978 daran, und um den Jahrestag blühen am Hang Narzissen mit sechszackiger Blüte, ein stilles Denkmal in Blumenform. Der steinerne Turm von heute stammt aus dem 13. Jahrhundert; von seinem Rundgang blickst du über die Stadt, die diesen Ort bewusst als Gedenkstätte erzählt.
- National Railway Museum. Das Finale kostet nichts und beeindruckt am meisten. Im National Railway Museum, direkt hinter dem Bahnhof, stehen die Königinnen der Schiene in einer riesigen Halle, allen voran „Mallard“, die stromlinienförmige blaue Lok, die laut Museum bis heute den Geschwindigkeitsrekord für Dampfloks hält. Dazu kommen königliche Salonwagen von Victoria bis Elizabeth und ein japanischer Shinkansen. Die berühmte „Flying Scotsman“ hat hier ihre Heimat, ist aber regelmäßig auf Tour durchs Land. Wer sie antrifft, hat Glück gehabt. Für die Stadt, in der man ohnehin mit dem Zug ankommt, gibt es keinen passenderen Schlusspunkt.
So planst du deinen Besuch
Ein Tag reicht. Die Route ab dem Bahnhof misst 4,5 Kilometer und beginnt auf der Stadtmauer am Micklegate Bar. Danach folgen die Museum Gardens mit der Abteiruine, das Münster, die schiefe Gasse Shambles, das Wikingermuseum Jorvik, Clifford's Tower und das Eisenbahnmuseum. In York liegen zweitausend Jahre in Gehweite, hier wurde Konstantin zum Kaiser ausgerufen. Das Eisenbahnmuseum kostet nichts. Vier Abendtipps liegen bereit, und Whitby und die Moors sind ein eigener Tag.
Ausgehen & Nachtleben
Ausgehviertel
- Swinegate & Micklegate. Yorks Abend hat zwei Gesichter. Rund um Swinegate und Little Stonegate sammeln sich Bars mit später Lizenz und DJs am Wochenende. Und die Pub-Reihe der Micklegate ist als „Micklegate Run“ eine Institution, bei der traditionell an jeder Tür gehalten wird. Dazwischen liegen jahrhundertealte Pubs an jeder zweiten Ecke.
Essen & Restaurants
- Bettys Café Tea Rooms. Keine Mahlzeit, eine Institution. Seit 1937 serviert Bettys am St Helen's Square Afternoon Tea in einem Saal, den die Innenausstatter des Luxusliners Queen Mary gestalteten. Im Keller hängt „Bettys Mirror“. Flieger des Zweiten Weltkriegs ritzten ihre Namen hinein, Hunderte sind erhalten. Vor der Tür steht fast immer eine Schlange; sie bewegt sich, und der Fat Rascal, das hauseigene Früchtegebäck, ist sie wert.
Bars & Clubs
- Ye Olde Starre Inne & Trembling Madness. Zwei Adressen an derselben Gasse. Ye Olde Starre Inne an der Stonegate schenkt mit durchgehend dokumentierter Lizenz seit 1644 aus. Im Bürgerkrieg diente der Keller als Lazarett, und das Wirtshausschild spannt sich seit Jahrhunderten quer über die Straße. Ein paar Häuser weiter sitzt die House of the Trembling Madness im Obergeschoss eines normannischen Wohnhauses von etwa 1180, mit hunderten Bieren im Laden darunter. Älter trinkt man in England selten.
Bühne & Konzerte
- York Theatre Royal. Seit 1744 wird hier Theater gemacht. Auf den Fundamenten des mittelalterlichen St.-Leonard-Spitals, dessen Bögen im Foyer sichtbar sind. Damit gehört das Haus zu den ältesten produzierenden Theatern Großbritanniens, mit eigenem Ensemble, großen Tourneen und dem traditionsreichsten Weihnachts-Pantomime des Nordens.
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Infos zu York
Nahverkehr
Betreiber. First York bedient nach eigenen Angaben knapp 30 Linien im Stadtgebiet, von Strensall über Bishopthorpe bis Stamford Bridge und Knapton, farblich gekennzeichnet als Blue, Green, White, Turquoise, Orange, Purple, Red und Yellow Line. Arriva Yorkshire und East Yorkshire Buses ergänzen einzelne Vorortstrecken mit eigenen Tarifen. Die Stadtverwaltung bündelt Fahrpläne und Tarife aller Anbieter auf dem Portal iTravel York.
Liniennetz. Nur Busse, aber die Altstadt ist in zwanzig Minuten durchquert.
Verkehrsmittel. Bus
Betriebszeiten. Für den Park-and-Ride nennt die Stadtverwaltung feste Zeiten, montags bis samstags fährt der erste Bus ab etwa 5.30 Uhr, sonntags ab 7.30 Uhr, die letzte Rückfahrt in die Stadt startet gegen 22.30 Uhr, die Plätze schließen je nach Standort zwischen 23 und 23.45 Uhr. Für die regulären Stadtlinien von First York, Arriva und East Yorkshire gibt es keine netzweite Generalangabe, die Betriebszeiten stehen nur je Linie im einzelnen Fahrplan-PDF.
Nachtverkehr. Die UN1 fährt vom Bahnhof Rougier Street über die Innenstadt zum Campus East der University of York und zurück. Während der Vorlesungszeit verkehrt sie sieben Tage die Woche zwischen Mitternacht und den frühen Morgenstunden, außerhalb der Vorlesungszeit reduziert auf Freitag- und Samstagnacht zwischen 0 und 4 Uhr. Auf dem Abschnitt zwischen Campus East Interchange und Green Dykes Lane ist die Fahrt für Studierende mit Hochschulausweis kostenlos, auf dem restlichen Weg Richtung Rougier Street gilt der normale Fahrpreis.
Ticketkauf. First York setzt auf ein Tap-on-Tap-off-System, bei dem beim Einsteigen und beim Aussteigen eine kontaktlose Bankkarte, Apple Pay oder Google Pay an das Lesegerät gehalten wird. Tickets lassen sich außerdem im Voraus über die First-Bus-App kaufen oder bar beziehungsweise mit Karte direkt beim Fahrer lösen. Das übergreifende All-York-Tagesticket, das auch bei Arriva und East Yorkshire gilt, wird an Bord verkauft.
App und Bezahlen. Wer mit derselben kontaktlosen Karte oder demselben Smartphone ein- und aussteigt, zahlt pro Einzelfahrt gestaffelt 1,50, 2,60 oder maximal 3 Pfund, der Tagespreis wird automatisch bei 6 Pfund gedeckelt und damit nie teurer als die Tageskarte. Über 7 Tage steigt die Deckelung gestaffelt bis maximal 24 Pfund für die Woche. Voraussetzung ist, dass durchgehend dieselbe Karte oder dasselbe Gerät genutzt wird, die Abbuchung erfolgt gesammelt am Folgetag als eine Buchung. Kinder-, Studierenden- und Gruppentickets sind vom Tap-on-Tap-off-System ausgenommen und müssen separat gekauft werden.
Welches Ticket. Beim kontaktlosen Tap-on-Tap-off kostet eine Einzelfahrt je nach Strecke 1,50, 2,60 oder maximal 3 Pfund, ab der zweiten Fahrt zum Höchstpreis greift automatisch der Tagesdeckel von 6 Pfund. Wer klassische Papier- oder App-Tickets bevorzugt, zahlt für die FirstDay-Tageskarte ebenfalls 6 Pfund, für eine Woche 24 Pfund und für einen Monat 85 Pfund. Das anbieterübergreifende All-York-Tagesticket für Bus von First, Arriva und East Yorkshire kostet ebenfalls 6 Pfund, die Wochenkarte 24 Pfund, die Monatskarte auf Smartcard 85 Pfund. Rabattierte Mehrtagespakete auf Smartcard gibt es zusätzlich für 2, 5, 10 oder 20 Tage.
Tarifzonen. Innerhalb der ummauerten Altstadt gibt es keine Tarifzonen, der Fahrpreis richtet sich nach der gefahrenen Strecke, nicht nach Zonengrenzen.
Tipp. Der Mauerrundgang ist kostenlos und der schnellste Weg zwischen zwei Punkten.
Links
Anreise
Hauptbahnhof
Lage. Direkt an der Stadtmauer, das Zentrum beginnt hinter dem Bahnhofsvorplatz.
Fernverkehr. York liegt an der East Coast Main Line und ist damit einer der wichtigsten Fernbahnhöfe im Norden Englands. LNER verbindet York direkt mit London King's Cross in rund zweieinhalb Stunden sowie mit Edinburgh und Newcastle nach Norden. TransPennine Express fährt Richtung Manchester, Manchester Airport, Liverpool und weiter über die Pennines. CrossCountry stellt Verbindungen ins Mittelland und nach Südwestengland her, Northern und Grand Central bedienen weitere Regional- und Fernstrecken. Die Fahrkartenschalter im Bahnhof sind montags bis samstags von 6 bis 20 Uhr besetzt, sonntags von 8 bis 18 Uhr, Automaten stehen rund um die Uhr bereit. Der Bahnhof hat 11 Bahnsteige, 626 Fahrradabstellplätze und stufenfreien Zugang zu allen Gleisen.
Betriebszeiten. Der Reiseservice im Bahnhof ist montags bis samstags von 6 bis 20 Uhr besetzt, sonntags von 8 bis 18 Uhr. Fahrkartenautomaten stehen auch außerhalb dieser Zeiten bereit.
Flughäfen
In die Stadt. Flyer-Bus zum Bahnhof Leeds, dort Umstieg auf den Zug nach York, zusammen reichlich anderthalb Stunden je nach Anschluss.
Taktung. Busse zwischen Flughafen und Leeds fahren laut Flughafenbetreiber täglich von rund 6 bis 22 Uhr, auch an Wochenenden und Feiertagen. Die Anschlusszüge ab Leeds nach York fahren mehrmals pro Stunde.
In die Stadt. Direktzug ohne Umstieg, schnellste Verbindung ab 1 Stunde 50 Minuten.
Taktung. Werktags fährt der erste Zug um 3.59 Uhr, der letzte um 0.38 Uhr. Samstags beginnt der Betrieb um 4.07 Uhr, sonntags um 7.37 Uhr mit letztem Zug um 21.04 Uhr. Direktzüge verkehren mehrmals täglich, dazwischen bestehen Verbindungen mit Umstieg.
Eigenheiten
- Snickelways. So heißen die schmalen Durchgänge zwischen den Häusern. Der Name wurde 1983 erfunden und hat sich durchgesetzt.
- Fußgängerzone mit festen Uhrzeiten. 17 Straßen der Altstadt sind täglich von 10.30 bis 17 Uhr autofrei, darunter Parliament Street, Coney Street und Davygate. Fünf weitere Straßen wie Shambles und Stonegate sind rund um die Uhr für den allgemeinen Verkehr gesperrt, dort ist auch Radfahren nicht erlaubt.
- Der Mauerrundgang schließt bei Dunkelheit. Die Tore zum begehbaren Mauerring öffnen täglich um 8 Uhr und schließen bei Einbruch der Dunkelheit, das Verriegeln beginnt am Fishergate Postern Tower und dauert rund eine Stunde. Im Winter kann das schon um 15.30 Uhr sein, im Juni und Juli erst gegen 21 Uhr.
Gut zu wissen
- Währung
- GBP £
- Notruf
- 112
- Steckertyp
- G
- Zeitzone
- Europe/London
- Verkehr
- links
Tempolimits. innerorts 30 mph (48 km/h), außerorts 60 mph (96 km/h), Autobahn 70 mph (112 km/h)
Die Limits gelten in mph, nicht in km/h, das Tacho-Umdenken kostet am Anfang Konzentration. In Wales gilt seit September 2023 innerorts standardmäßig 20 mph statt 30 mph, ein eigener Wert nur für diesen Landesteil. Auf einspurigen Landstraßen ohne Zusatzschild sinkt das Tempo von 70 auf 60 mph, erkennbar nur am kleinen durchgestrichenen Kreisschild, leicht zu übersehen.
Trinkgeld. Im Restaurant zehn Prozent, oft steht schon ein service charge auf der Rechnung. Im Pub wird an der Theke bestellt und nicht getrunkgeldet.
Maut. Autobahnen sind kostenlos. Gebühren fallen an einzelnen Brücken und Tunneln an, etwa am Dartford Crossing und der Mersey Gateway, meist online im Nachhinein zu zahlen.
Zufahrt. London erhebt eine Innenstadtgebühr und zusätzlich die ULEZ für ältere Fahrzeuge, beides kameraüberwacht. Weitere Städte haben Clean Air Zones. Nicht zahlen wird teuer.