Städtetrip Madrid
Hoch auf der Meseta liegt Spaniens lebenslustige Hauptstadt. Der größte Königspalast Westeuropas, die Arkaden der Plaza Mayor in der Habsburger-Altstadt, das Kunst-Dreieck aus Prado, Reina Sofía und Thyssen, dazu der Retiro. Tapas überall, Nachtleben ab Mitternacht. Zwei fertige Tagesrouten hängen alles aneinander.
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Infos zu Madrid
Nahverkehr
Betreiber. Der Consorcio Regional de Transportes de Madrid (CRTM) ist die Tarifbehörde, die die Fahrpreise von Metro de Madrid, den städtischen EMT-Bussen, den Überlandbussen und den Cercanías-Zügen von Renfe in einem gemeinsamen, zonenbasierten System zusammenfasst. Ein einmal gekauftes Ticket oder eine aufgeladene Tarjeta Transporte Público gilt damit für alle diese Verkehrsmittel innerhalb der jeweiligen Tarifzone.
Liniennetz. Zwölf Metrolinien, eines der größten Netze Europas, dazu Busse und Vorortbahnen.
Verkehrsmittel. Metro (U-Bahn) · Metro Ligero (Straßenbahn) · EMT-Stadtbus · Überlandbus (Interurbano) · Nachtbus (Búho) · Cercanías (S-Bahn von Renfe)
Betriebszeiten. Die Metro de Madrid ist ganzjährig täglich von 6.00 bis 1.30 Uhr in Betrieb, einige Stationen haben eingeschränkte Zugangszeiten. Die städtischen EMT-Busse fahren tagsüber, einzelne Linien etwa von 5.50 bis 23.30 Uhr, mit Unterschieden je nach Linie. Nach Betriebsende der Tageslinien übernehmen die 32 Nachtlinien Búho bis in den frühen Morgen, sodass Madrid faktisch rund um die Uhr mit öffentlichem Nahverkehr erreichbar ist.
Nachtverkehr. Das Nachtbusnetz Búho besteht aus 32 Linien, N1 bis N32, die an jedem Tag des Jahres verkehren, nicht nur am Wochenende. Der Betrieb beginnt zwischen 23.20 und 23.45 Uhr und endet an Nächten von Sonntag bis Donnerstag zwischen 5.30 und 6.00 Uhr, in den Nächten auf Samstag, Sonntag und vor Feiertagen verlängert er sich bis 7.00 Uhr. Der Takt beträgt an Nächten von Sonntag bis Donnerstag 35 Minuten bis 4.00 Uhr, danach 70 Minuten bis Betriebsende, an Freitag-, Samstag- und Vorfeiertagsnächten liegt er bei 15 bis 20 Minuten. 24 der 32 Linien haben ihre gemeinsame Endstation an der Plaza de Cibeles, weitere Knotenpunkte sind Plaza de Alonso Martínez, Moncloa und Avenida de América. Zusätzlich verkehrt Linie N27 als Nachtvariante des Bus Exprés Aeropuerto rund um die Uhr zwischen Plaza de Cibeles und dem Flughafen.
Ticketkauf. Einzelfahrscheine und das 10er-Ticket Metrobús werden an den Fahrkartenautomaten in jeder Metro- und Metro-Ligero-Station auf die Tarjeta Transporte Público geladen. EMT-Busfahrscheine gibt es zusätzlich direkt beim Fahrer gegen Bargeld sowie an Verkaufsautomaten an der Atocha-Station und in den Flughafenterminals. Die Karten-Wiederaufladung ist außerdem an ausgewählten Estancos, also Tabakläden, möglich. Für Touristenkarten und die generelle Kartenverwaltung gibt es vier feste Verkaufsstellen des CRTM an den Flughafenterminals T2 und T4, an Ríos Rosas, Sol und Atocha, sowie die App Mi Tarjeta Transporte zur digitalen Verwaltung.
App und Bezahlen. Die offizielle App Mi Tarjeta Transporte des CRTM erlaubt es, die Tarjeta Transporte Público virtuell auf dem Smartphone zu führen und aufzuladen, sodass keine physische Karte nötig ist. Einzelfahrscheine für EMT-Busse lassen sich außerdem klassisch bar beim Fahrer kaufen.
Welches Ticket. Der Metro-Einzelfahrschein der Zone A kostet 1,50 Euro für bis zu 5 Stationen, steigt in 0,10-Euro-Schritten pro Station bis 2,00 Euro ab 10 Stationen, ein EMT-Busfahrschein kostet einheitlich 1,50 Euro. Das 10er-Ticket Metrobús für 7,30 Euro gilt für Metro Zone A, EMT-Busse und die Straßenbahnlinie ML1 und kostet damit 0,73 Euro pro Fahrt. Die Tarjeta Transporte Público, auf die diese Titel geladen werden, kostet bei Erstausstellung 4 Euro, bei Verlust 6 Euro Ersatzgebühr. Der Abono Turístico deckt beliebig viele Fahrten für 1 bis 7 Tage ab, in Zone A für 10,30 Euro (1 Tag), 17,50 Euro (2 Tage), 23,10 Euro (3 Tage), 33,40 Euro (5 Tage) und 43,20 Euro (7 Tage), Kinder unter 11 Jahren zahlen die Hälfte. Der Kartenpreis ist beim Kauf des Abono Turístico bereits enthalten. Der Tagespass für 10,30 Euro entspricht rechnerisch 6,9 Einzelfahrten zu 1,50 Euro, das wiederaufladbare 10er-Ticket amortisiert sich dagegen schon ab der ersten Fahrt gegenüber dem Einzelticket und deckt bei zwei bis drei Reisetagen oft mehrere Tage Sightseeing ab, bevor es neu geladen werden muss.
Tarifzonen. Zone A entspricht dem Stadtgebiet Madrid und deckt fast alle Sehenswürdigkeiten ab. Nur Ausflüge über die Stadtgrenze hinaus brauchen höhere Zonen. Einzeltickets zum Flughafen kosten 3 Euro Zuschlag, der Abono Turístico schließt ihn automatisch ein.
Tipp. Für die Metro brauchst du eine wiederaufladbare Karte, Einzeltickets aus Papier gibt es nicht mehr.
Links
- CRTM – Billetes y Tarifas
- CRTM – Abono Turístico
- EMT Madrid – Títulos y Tarifas
- Metro de Madrid (offizielle Seite)
- Aena – Zum Flughafen mit der Metro
- CRTM – Alle Netzpläne (Metro, Bus, Nachtbus, Cercanías)
- Netzplan
Anreise
Hauptbahnhof
Lage. Hauptbahnhof für den Süden, mit einem tropischen Garten in der alten Halle. Chamartín bedient den Norden.
Fernverkehr. Madrid Puerta de Atocha-Almudena Grandes ist der Kopfbahnhof für den Hochgeschwindigkeitsverkehr im Süden der Stadt. Renfe nennt die Station als Ausgangspunkt für die Mehrzahl der Larga-Distancia- und AVE-Züge. Von hier geht es nach Barcelona Sants, nach Andalusien mit Sevilla Santa Justa, Málaga María Zambrano, Córdoba und Granada, außerdem nach Zaragoza Delicias und auf der kurzen Strecke nach Toledo. Wichtig für die Planung, der Komplex besteht aus zwei Teilen. Im Bahnhofsteil Atocha Cercanías fahren die Vorortzüge der Cercanías Madrid, dazu Media Distancia und einzelne Fernzüge. Beim Levante-Korridor Richtung Valencia, Alicante und Murcia lohnt ein Blick auf das Ticket, denn Renfe hat die Mehrzahl dieser AVE-Züge zum Bahnhof Chamartín Clara Campoamor verlegt, nur einzelne Fahrten starten weiter in Atocha.
Betriebszeiten. Der Bahnhof ist täglich von 5 bis 1 Uhr geöffnet, danach bleibt er vier Stunden zu. Die ersten Fernzüge rollen kurz nach 6 Uhr, etwa 6.20 Uhr nach Barcelona, 6.27 Uhr nach Córdoba und 6.30 Uhr nach Zaragoza. Wer den ersten AVE nimmt, steht früh in der Halle.
Flughäfen
In die Stadt. Metrolinie 8 braucht ab Nuevos Ministerios 13 Minuten zu den Terminals T1 bis T3 und 18 Minuten zu Terminal T4, gegen 3 Euro Flughafenzuschlag zusätzlich zum Fahrpreis, der im Abono Turístico bereits enthalten ist. Der Bus Exprés Aeropuerto, tagsüber Linie 203 und nachts Linie N27, fährt für 5 Euro bar beim Fahrer rund 40 Minuten zwischen Atocha beziehungsweise Plaza de Cibeles und dem Flughafen. Die Cercanías-Linie C1 verbindet Príncipe Pío, Atocha und Chamartín mit Terminal T4 für 1,70 bis 2,60 Euro je nach Zonenzahl.
Taktung. Metrolinie 8 verkehrt täglich von 6.05 bis 2.00 Uhr, letzte Abfahrt 1.33 Uhr. Der Bus Exprés Aeropuerto fährt rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr, nachts als Linie N27 ab Plaza de Cibeles.
Eigenheiten
- Abendessen ab halb zehn. Vorher sind die Restaurants leer oder auf Touristen eingestellt. Ein Vermut gegen sieben überbrückt die Lücke.
- Nachtbusse laufen jede Nacht durch. Madrids 32 Búho-Nachtlinien fahren nicht nur am Wochenende, sondern jede Nacht im Jahr, meist ab 23.20 Uhr bis mindestens 5.30 Uhr, freitags und samstags sogar bis 7 Uhr im 15-Minuten-Takt.
- Flughafenzuschlag nur bei Einzeltickets. Wer mit Einzelfahrschein oder 10er-Ticket zum Flughafen fährt, zahlt an der Metrosperre 3 Euro Zuschlag extra. Der Abono Turístico schließt diesen Zuschlag automatisch ein, ohne dass man das an der Sperre extra bezahlt.
Gut zu wissen
- Währung
- EUR €
- Notruf
- 112
- Steckertyp
- C · F
- Zeitzone
- Europe/Madrid
- Verkehr
- rechts
Tempolimits. innerorts 20/30/50 km/h (gestuft), außerorts 90 km/h, Autobahn 120 km/h
Seit Mai 2021 gilt innerorts ein dreistufiges System statt eines einheitlichen Werts. 20 km/h auf Straßen mit einer Ebene für Fahrbahn und Gehweg, 30 km/h auf Straßen mit einer Fahrspur je Richtung, 50 km/h erst ab zwei Fahrspuren je Richtung. Damit sind die meisten Innenstadtstraßen inzwischen auf 30 km/h begrenzt, was Besucher aus Ländern mit durchgängig 50 km/h überrascht. Ein dichtes Netz aus festen und mobilen Radaranlagen kontrolliert konsequent, Bußgelder aus Mietwagen kommen oft erst Wochen später per Post.
Trinkgeld. Kein Muss. Ein paar Münzen oder fünf Prozent bei gutem Service reichen völlig.
Maut. Ein Teil der Autobahnen ist gebührenpflichtig, erkennbar am AP im Namen. Die als A bezeichneten Strecken sind frei.
Zufahrt. Städte über 50.000 Einwohner müssen Umweltzonen einrichten. Madrid und Barcelona kontrollieren per Kamera, ausländische Fahrzeuge müssen sich vorab online registrieren.